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Resümee [Schulen im Nationalsozialismus]
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Ein Überblick über die Gymnasien in Steglitz-Zehlendorf
 
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Resümee

„Wie ich das Ganze der Vergangenheit sehe, so erfahre ich das Gegenwärtige. Je tieferen Grund im Vergangenen ich gewinne, desto wesentlicher meine Teilnahme am gegenwärtigen Gang der Dinge.“1)

NS-Zeit: Tabu

Die Schulleiter sind sehr stolz auf die Homepage ihrer Schule.
Unter dem fast überall eingerichteten Link „Schulgeschichte“ werden viele Details über die Zeit bis 1933 und dann auch über die Nachkriegszeit mitgeteilt - unabhängig davon, ob diese Details für Besucher der Homepage bedeutsam.

Wenn aber unter einem solchen Link so ausführliche Informationen über Gebäude, Namen, Schülerzahlen, Festlichkeiten etc. Bedeutung zugemessen wird (weil solche Daten heute werbewirksamer sind?), dann sollte dies auch für Charakter und Entwicklung der Schule in der NS-Zeit gelten!

Jedes Gymnasium in Steglitz-Zehlendorf kann auch für die Jahre 1933 bis 1945 auf ein mehr oder weniger aussagefähiges Schularchiv greifen. Es wäre auch erstaunlich, wenn Kriegszerstörungen ausgerechnet und ausschließlich Dokumente über die NS-Zeit getroffen hätten.
Hier handelt es sich wohl eher um Geschichtsverdrängung! Um ein dem Zeitgeist gewidmetes „Schlussstrich-Opfer“!

  • Die Homepages fast aller Berliner Gymnasien tabuisieren sachlich und begrifflich das Thema „Nationalsozialismus“. Die hier fast immer erkennbare Leerstelle ist bemerkenswert.
  • Die Homepages vermitteln den Eindruck, dass die NS-Zeit in ihren wesentlichen Elementen an diesen Schulen vorbei gegangen ist. Die Bedeutung von Unterricht und Erziehung für die ideologische Vermittlung und Verfestigung des NS-Systems wird nicht benannt.
  • Die NS-Zeit wird weitgehend auf den Krieg reduziert:
    Die Schulen waren Opfer des Krieges.
    Bomben haben den ansonsten wohl organisierten Unterrichtsbetrieb gestört.
  • Diese Verkürzungen entlassen die damaligen Schulen aus ihrer Verantwortung und unterstützen den heute in der Öffentlichkeit wieder aktualisierten „Opfermythos“ der Deutschen. Die historische Wirklichkeit wird verfremdet.
  • Die Darstellung der NS-Schulgeschichte scheint mit nur wenigen Ausnahmen wieder in das Geschichtsverständnis der 50er/60er Jahre zurück gefallen zu sein.

Diese Homepagedarstellungen sind irreführend. Sie stehen im Widerspruch zu der im „pädagogischen Profil“ einer Schule anspruchsvoll formulierten Aufgabe:

„Wir betrachten es als ausdrückliche Aufgabe, faschistischen, nationalsozialistischen und rechtsextremen Erscheinungen und Tendenzen in unserer Gesellschaft aktiv entgegenzuwirken. Basis dafür ist ein ehrlicher Umgang mit diesem Teil unserer Geschichte ....“2)

  • Alle untersuchten Schulen haben sehr früh und aktiv dazu beigetragen, den „alltäglichen Faschismus“ in Deutschland zu etablieren. Bisweilen, so zeigen es die Quellen, wurden die Vorgaben des NS-Staates sogar übererfüllt.
  • Die Schularchive dokumentieren ein nahezu reibungsloses Funktionieren im Sinne des NS-Systems, ein glattes Anpassen – mit nur geringfügigen Ausnahmen. Das Rädchen Schule lief ohne größere Reibungsverluste.
  • Die Schule war offensichtlich ein zuverlässiger Baustein im Nazi-System, ein für die NS-Ideologie wirksamer Transmissionsriemen oder – wie es Fritz Sommer mit nationalsozialistischem Stolz für seine damalige Schule ausgedrückt hat: „ein kleiner Teil in dem großen Organismus völkischer Schaffenskraft und völkischen Arbeitswillens“ Gymnasium Steglitz (Heese-Gymnasium).

Das muss allerdings nicht in jedem Detail komplette Übernahme der Nazi-Ideologie bedeuten. Aber auch kein Widerstand, allenfalls hier und da ein stilles Unterlaufen, ein zu vermutendes Unbehagen. Dies gilt ja auch für andere Bereiche der damaligen Gesellschaft.
Stilles Unterlaufen, zu vermutendes Unbehagen haben aber weder die innerdeutsche Diktatur noch den Weg nach Auschwitz, auch nicht den 1. September 1939 mit den jeweiligen Folgen verhindert oder deren Dramatik gemindert.

Auch in der Schule war demokratischer Widerstand nicht immer und nicht sofort unter schwere Strafe gestellt.
Vielen Aktivitäten lagen Überzeugungen zugrunde, bisweilen – selbst bei akademisch ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern – wohl auch nur unbedachtes, bedenkenloses Mitläufertum.
Die Dokumente lassen in der Regel noch nicht einmal den Versuch von Widerstand erkennen.

Die aus den Materialien herauszulesenden Informationen sind nur Schlaglichter, die nicht alles erhellen können. Überzeugungsgrad, innerer Widerstand, Rezeptionswirkungen mögen unterschiedlich gewesen sein.
Im Vergleich der einzelnen Schulen ergibt sich eine nur in der Intensität und der bildungsbürgerlich bestimmten Verbrämung ein und derselben Ideologie sich unterscheidende Gleichschaltung.
Dabei kann es zur Diskussion stehen, ob dieser Prozess „von oben“ erzwungen war oder ob man ihn nicht auch mitgewollt und mitbewirkt hat.
Jedenfalls kann dem „Proletarier der Straße“ nicht vorgeworfen werden, was den Bildungseliten heute mit vielerlei Rechtfertigungsgründen in der Regel gern nachgesehen wird!

... nur durch die Geschichte ...

„Es gibt keinen Weg um die Geschichte herum, sondern nur durch die Geschichte.“3)

Schüler, Lehrer und Eltern haben in den letzten 30 Jahren die geschichtlich geprägten, ideologisch bestimmten Vorgaben - bisweilen gegen den Widerstand ihrer Obrigkeiten - abzuschütteln versucht. Auch dadurch erhält der Link „Geschichte“ in der Homepage einen begrenzten Informationswert.
Dennoch: Gymnasien sollten in ihrer Homepage (trotz aller diskutierbaren Einwände) auch über ihre Schulgeschichte informieren - allerdings geschichtsehrlicher als bisher. Verdrängen und Verschweigen der für die NS-Zeit dokumentierbaren Fakten sind pädagogisch und politisch wenig hilfreich.

Die Gymnasien haben viele Möglichkeiten, ihre Schülerinnen und Schüler geschichtsbewusst und demokratisch zu erziehen. Und sie nutzen in der Regel diese Möglichkeiten. Auch aus den hier skizzierten Gymnasien kommen immer wieder demokratisch orientierte, die allgemein verbindlichen Menschenrechte einklagende Aktivitäten.
Umso unverständlicher das Defizit in der per Internet präsentierten Selbstdarstellung.
Es ist aber wohl unzulässig, dieses Defizit und/oder dem Unterricht eventuell anzulastende Informationsmängel verantwortlich zu machen für heutige in der Gesellschaft immer wieder erkennbare neonazistische, reaktionäre Tendenzen.

Das sich heute äußernde politische Verständnis einiger gymnasial und akademisch ausgebildeter Mandatsträger kann sicherlich nicht ohne weiteres dem Unterricht ihrer Lehrer angelastet werden. Die Wirkung geschichtlicher Unterrichtung – ob per Homepage oder in Schulstunden – lässt sich ja nur sehr bedingt überprüfen.

„Messbar wird der Einfluss des Zeitgeschehens auf die Schule, nicht messbar bleibt, in welchem Maße eine Schule je in der Lage gewesen ist, ihren Anteil an der Erziehung junger Menschen so zu stärken, dass diese mit dem, was die Schule ihnen vermittelt hat, ihre Umwelt gestaltet haben ...“4)

Mit diesen Bedenken können die Schulen aber nicht aus ihrer informierenden und erzieherischen Verantwortung genommen werden.
Die damaligen Lehrerinnen und Lehrer lassen sich zwar nicht zu den „Tätern“ zählen (daher sind sie nach 1945 zumeist ja auch „entlastet“ worden), wohl aber zu den mehr oder weniger überzeugten, aktiven Wegbereitern und Mitverantwortlichen. Sie haben so ziemlich alle in der Schule verfügbaren Register der nationalsozialistischen Orgel gezogen. Zumindest überwiegend.
Das „pädagogische“ Wirken wollte und sollte die Jugendlichen für die NS-Ideologie verfügbar machen, sie in den NS-Staat einbinden.
Bei gründlicher und geschichtsehrlicher Aufarbeitung der gymnasialen Schularchive dürfte belegbarer Widerspruch schwierig sein.

Schulen waren und sind wichtige Sozialisationsfaktoren. Geschichte und Traditionen prägen das Selbstverständnis besonders der Gymnasien. Es wird tradiert - wenn auch nicht immer ungebrochen, nicht immer offenkundig.
Dass gerade die beiden ältesten, ihre Tradition betonenden Gymnasien (Gymnasium Steglitz und Schadow-Gymnasium) keinen Link für ihre Schulgeschichte eingesetzt haben, ist ungewöhnlich. Nestbeschmutzung?


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1) Karl Jaspers, Vom Ursprung und Ziel der Geschichte, München, 1964, S. 333 f.
2) Beethoven-Gymnasium, Homepage, Pädagogisches Profil: Bildschirmfotos
3) Karl Jaspers, a.a.O., S. 339
4) Gerhard Jordan, in: Paulsen-Gymnasium, Festschrift 1983, S. 13
 
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